Kunst nach 1945. Die Sammlung Gerd Gruber

Eine Ausstellung an drei Standorten in der Lutherstadt Wittenberg

Zeitraum: 11.09.2019-06.01.2020
Eröffnung: Dienstag, 10.09.2019 / 17:00 Uhr / Altes Rathaus
Öffnungszeiten Cranach-Haus: Mo.- Sa. 10:00 Uhr-17:00 Uhr / Sonn- und Feiertage 13:00 Uhr-17:00 Uhr, ab November montags geschlossen.

Gesonderte Öffnungszeiten zum Jahreswechsel:                                                       24.12.2019-26.12.2019 geschlossen /// 27.12.2019 geöffnet von 10:00 Uhr bis 17:00 Uhr, 14:00 Uhr öffentlicher Ausstellungsrundgang. /// 28.12.2019 geöffnet von 10:00 Uhr bis 17:00 Uhr /// 29.12.2019 geöffnet von 13:00 Uhr bis 17:00 Uhr /// 30.12.2019-03.01.2020 geschlossen /// 04.01.2020 geöffnet von 10:00 Uhr bis 17:00 Uhr /// 05.01.2020 geöffnet von 13:00 Uhr bis 17:00 Uhr

Orte: Cranach-Haus / Markt 4 / 06886 Lutherstadt Wittenberg; Altes Rathaus / Markt 26; Stiftung Christliche Kunst / Schlossplatz 1

2019/2020 sollen in Lutherstadt Wittenberg gleich drei Ausstellungen aus dem umfangreichen Sammlungsbestand von Dr. Gerd Gruber unter dem gemeinsamen Titel Kunst nach 1945. Die Sammlung Gerd Gruber gezeigt werden. Sie umfassen inhaltlich die nach dem Zweiten Weltkrieg geschaffenen Arbeiten national und international bedeutender Künstler. Neben weniger bekannten Namen finden sich viele Künstler von Weltrang.

Die Ausstellung im ALTEN RATHAUS zeigt unter den Titel INTERNATIONALE POSITIONEN Arbeiten internationaler Künstler der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Unmittelbar nach 1945 befindet sich die Kunst im Aufbruch – weltweit suchen die Künstler nach neuen Ausdrucksformen, um auf die Schrecken des Zweiten Weltkrieges zu reagieren. Die Ausstellung verdeutlicht die globale Vernetzung in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, bei der nicht nur Künstler in Europa und den USA zu ähnlichen Ergebnissen kommen, sondern auch in Südamerika, Asien und Afrika. Gezeigt werden Arbeiten aus ganz Europa und den USA, Mexiko, Kuba, Chile, Israel, Nigeria, Japan, Indien und Russland von Künstlern wie Giorgio de Chirico, Sonja Delaunay, Alberto Giacometti, Anatoli Kaplan, Marina Marini, Giacomo Manzù, Henry Moore, David Alfaro Siqueiros, Antonio Tapies, Emilio Vedova u. v. m.

Unter dem Titel NEUES BAUHAUS werden im CRANACH-HOF, MARKT 4, Werke der Bauhausmeister und -schüler gezeigt, die nach 1945 entstanden und den Einfluss des Bauhauses auf Kunst, Architektur und Design in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts belegen. Unmittelbar nach der Machtübernahme schließen die Nationalsozialisten das Bauhaus. Im Zusammenhang mit der dann folgenden Emigration vieler Meister und Schüler verbreiteten sich die Bauhausidee weltweit. Nach 1945, in der jungen Bundesrepublik, lehren auch wieder Bauhausmeister wie Georg Muche oder Gerhard Marcks an Werk- und Hochschulen. Zunächst knüpfte auch die SBZ/DDR an die Bauhausideen an, bis diese ab 1950 im Rahmen der Formalismus-Diskussionen verdrängt und erst in den späten 1960er-Jahren wieder aufgegriffen werden. Die Ausstellung im Cranach-Haus zeigt u. a. Werke von T. Lux Feininger, Johannes Itten, Max Bill, Ida Kerkovius, Gerhard Marcks, Georg Muche, Fritz Winter und Petra Petitpierre.

Die STIFTUNG CHRISTLICHE KUNST, im Schloss Wittenberg, stellt unter dem Titel PAZIFISMUS TRIFFT RELIGION religiöse Arbeiten aus ihrem Sammlungsbestand den pazifistischen Arbeiten der gleichen Künstler aus dem Bestand der Sammlung Gruber gegenüber. Diese Gegenüberstellung zeigt, dass das eine das anderen in der modernen Kunst nach 1945 nicht ausschließt, sondern sich beide Themen in ihren sozialen und politischen Aussagen gegenseitig ergänzen und bestärken. Die Ausstellung zeigt u. a. Werke von Pablo Picasso, Marc Chagall, Oskar Kokoschka, Max Pechstein, HAP Grieshaber Fritz Cremer, Carlos Hermosilla Alvarez, und Joseph Beuys, Toshi und Iri Maruki .

Gefördert durch: Lotto Sachsen-Anhalt

Kunst vor Cranach

Gemälde, Skulpturen und Objekte des 11.-15. Jahrhunderts aus der Hamburger Stiftung August Ohm

Zeitraum: 26.01.2019-01.09.2019
Eröffnung: Freitag, 25.01.2019 / 19:00 Uhr / Cranach-Hof, Markt 4
Öffnungszeiten: Di.- Sa. 10:00 Uhr-17:00 Uhr / Sonn- und Feiertage 13:00 Uhr-17:00 Uhr, ab April auch montags geöffnet.
Ort: Cranach-Haus / Markt 4 / 06886 Lutherstadt Wittenberg
Presserundgang: Donnerstag, 24.01.2019 / 11:00 Uhr

So weit, wie wir heute von der Welt Lucas Cranachs entfernt sind, waren dessen Zeitgenossen entfernt von der Welt des Hochmittelalters. Doch die Menschen des 11./12. Jahrhunderts befanden sich gleichermaßen in einer Epoche gewaltiger Veränderungen. Ein enormer Bevölkerungszuwachs führte zur Gründung zahlreicher Siedlungen und Städte. Es entwickelten sich neue Berufsbilder und differenzierte Handwerkszweige. Die großen Pilgerzüge erweiterten den Erfahrungshorizont und das Weltbild der Menschen. Im 13. Jahrhundert bereitete die franziskanische Bewegung eine Individualisierung und Verinnerlichung des Glaubens vor, während gleichzeitig Endzeitvisionen die Menschen beunruhigten. In der bildenden Kunst spiegelt die Entwicklung von der Romanik zur Gotik den Wandel von ritterlich-feudalen Strukturen zur städtischen Kultur wider. Am Beginn der Ausstellung steht eine romanische Gewandfigur (Anfang 11. Jh.), deren Abstraktheit auf ihren spirituellen Zusammenhang verweist. Die ausgestellten Skulpturen und Gemälde des 12. bis 15. Jahrhunderts zeigen das fortschreitende Ringen um Individualisierung und um ein Reflektieren der Wirklichkeit. Zunächst sollten sich die Baumeister, Bildhauer und Maler Italiens aus der Sphäre des allein dem Glauben dienenden Handwerks erheben, um 1500 dann auch die Künstler des Nordens, Maler wie Lucas Cranach d. Ä. Die Ausstellung zeigt über 40 Gemälde, Skulpturen, sakrale und Alltagsgegenstände als Leihgaben der Hamburger Sammlung Atelier und Stiftung August Ohm. Gefördert durch: Lotto Sachsen-Anhalt 

Abb.: Mater Dolorosa, Flandern, um 1470/1475, Öl auf Holz, Stiftung August Ohm, Hamburg

 

 

 

 

Marc Chagall – Anatoli Kaplan

Erinnerungen ans Schtetl. Zeichnungen und Druckgrafiken

Zeitraum: 10.11.2018-20.01.2019
Eröffnung: Freitag, 09.11.2018 / 16:00 Uhr / Cranach-Hof, Markt 4
Öffnungszeiten: Di.- Sa. 10:00 Uhr-17:00 Uhr / Sonn- und Feiertage 13:00 Uhr-17:00 Uhr
Ort: Cranach-Haus / Markt 4 / 06886 Lutherstadt Wittenberg

In Marc Chagalls (1887-1985) Gemälden und Grafiken tauchen immer wieder die Dörfer und Menschen seiner Kindheit auf. Er wurde als ältester Sohn einer kinderreichen jüdischen Familie in der weißrussischen Stadt Witebsk geboren – einer jüdisch geprägten Stadt an der Peripherie des zaristischen Russlands, in der Not und Bedrängnis den Alltag der meisten Bewohner bestimmten. Das relativ abgeschiedene Leben im sogenannten „Schtetl“, einer kleinen, autonomen jüdischen Siedlung, hatte zur Folge, dass orthodoxe jüdische Überlieferungen, kulturelle Identitäten und jüdische Lebensgewohnheiten lange erhalten blieben. Gesprochen wurde dort das durch die deutsche Sprache mit geprägte „jiddisch“. Durch den nationalsozialistischen Holocaust 1939-1945 wurde die Welt des Schtetls zerstört. Doch in den Werken Marc Chagalls und des fünfzehn Jahre jüngeren Anatoli Kaplans (1902-1980) wird sie für immer bewahrt. Kaplan wurde in Rogatschow, unweit von Witebsk, in das gleiche Milieu hineingeboren. Beide Künstler bringen die unbezwingbare Lust am Leben und die schmunzelnde jiddische Selbstironie ins Bild. Sie zeigen die unverwechselbaren Gestalten, die Feste, Riten und Lebensgewohnheiten der einfachen jüdischen Menschen. Die Ausstellung zeigt 40 Zeichnungen und Druckgrafiken aus der Sammlung Dr. Gerd Gruber.  Gefördert durch: Lotto Sachsen-Anhalt

Abb.: Marc Chagall, Nach dem Winter, Lithografie, 1972, 32,5 cm x 45,0 cm, Sammlung Dr. Gerd Gruber, Lutherstadt Wittenberg