11.Januar 2017 – 20.00 Uhr im Saal der Ev. Akademie
„Captain fantastic“, USA, 2016
Der hochgebildete Ben (Viggo Mortensen) lebt aus Überzeugung mit seinen sechs Kindern in der Einsamkeit der Berge im Nordwesten Amerikas. Er unterrichtet sie selbst und bringt ihnen nicht nur ein überdurch-schnittliches Wissen bei, sondern auch wie man jagt und in der Wildnis überlebt. Als seine Frau stirbt, ist er gezwungen mitsamt der Sprösslinge seine selbst geschaffene Aussteigeridylle zu verlassen und der realen Welt entgegenzutreten. In ihrem alten, klapprigen Bus macht sich die Familie auf den Weg quer durch die USA zur Beerdigung, die bei den Großeltern stattfinden soll. Ihre Reise ist voller komischer wie berührender Momente, die Bens Freiheitsideale und seine Vorstellungen von Erziehung nachhaltig infrage stellen, aber keine eindeutige Stellungnahme für eines der beiden Bildungsmodelle gibt.
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1. Februar 2017 – 20.00 Uhr im Saal der Ev. Akademie
“Paula – mein Leben soll ein Fest sein”, Deutschland/Frankreich 2016
Bremen, 1900: Die 24-jährige Paula Becker (Carla Juri) ist fest dazu entschlossen, einmal eine große Malerin zu werden. In einer Zeit, in der kaum jemand einer Frau ein selbstbestimmtes und erfolgreiches Leben zutraut, wird das kein leichtes Unterfangen – selbst ihr eigener Vater Carl (Michael Abendroth) möchte ihr das ausreden. Doch Paula macht unbeirrt weiter und zieht schließlich nach Worpswede. Das Dorf ist schon seit zehn Jahren als Künstlerkolonie berühmt und damit der ideale Ort für Paula, als Malerin zu reifen. Schon bald lernt sie einige ihrer Kollegen kennen, darunter die Bildhauerin Clara Westhoff (Roxane Duran), den Dichter Rainer Maria Rilke (Joel Basman) und schließlich Otto Modersohn (Albrecht Abraham Schuch). Langsam aber sicher kommen sich Paula und Otto, Witwer und Vater einer kleinen Tochter, immer näher. Doch das gemeinsame Leben als Künstlerpaar bringt jede Menge Herausforderungen, die aber Paula erst zu wahrer Größe verhelfen.
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22.Februar 2017 – 20.00 Uhr im Saal der Ev. Akademie
“24 Wochen“ , Deutschland 2016”
Die Welt der Kaberettistin Astrid wird von heute auf morgen komplett auf den Kopf gestellt, als sie erfährt, dass ihr ungeborenes Kind das Downsyndrom und einen schweren Herzfehler hat. Zusammen mit ihrem Mann Markus muss sie nun die Entscheidung treffen, ob sie sich im sechsten Monat noch für eine Spätabtreibung entscheidet oder das geistig sowie körperlich behinderte Kind zur Welt bringt. Die ansonsten so starke Frau ist hin- und hergerissen und stellt sich quälenden Fragen: Darf ich über das Leben und den Tod meines Kindes richten? Nach langen Diskussionen innerhalb der Familie kommt Astrid zu dem Entschluss, dass nur sie alleine die Entscheidung treffen kann…
Ein medizinethischer Film zu Schwangerschaftsabbruch –
Einführung Dr. Cornelia Winkelmann – Hospizverein des Paul-Gerhardt-Stiftes
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1.März 2017 – 20.00 Uhr im Saal der Ev. Akademie
“Toni Erdmann“, Deutschland, Österreich, Rumänien, 2016
Winfried (Peter Simonischek) ist ein 65-jähriger, einfühlsamer Musiklehrer mit Hang zu Scherzen, der mit seinem alten Hund zusammenlebt. Seine Tochter Ines (Sandra Hüller) hingegen ist das Gegenteil: Als ehrgeizige Unternehmensberaterin reist sie um die Welt und von einem Projekt zum nächsten, um die Karriereleiter steil nach oben zu klettern. Vater und Tochter bekommen sich daher nicht oft zu sehen, aber das wird schlagartig anders, als Winfrieds Hund stirbt und er daraufhin beschließt, Ines unangekündigt bei der Arbeit in Bukarest zu besuchen. Wegen seiner Witze und der unterschwelligen Kritik an ihrem Lebensstil kracht es schon bald zwischen den beiden. Und dann verwandelt sich Winfried auch noch in sein alter Ego Toni Erdmann: das Gebiss ist schief, der Anzug schlecht und auf dem Kopf sitzt eine Perücke. Der schräge Vogel behauptet, Personalcoach zu sein, bringt Ines vor ihren Kollegen in einige peinliche Situationen – aber die Verkleidung sorgt auch dafür, dass sie und ihr Vater sich annähern…
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15. März 2017 – 20.00 Uhr im Saal der Ev. Akademie
“Food, Inc. – was essen wir wirklich“
In den USA kommt es durch Monopolbildungen in der Lebensmittelindustrie Anfang des 21. Jahrhunderts zu immer krasseren Auswirkungen auf die Qualität der Produkte. Genmanipulation ist in der Landwirtschaft ebenso die Regel wie der Einsatz von Hormonen in der Tierhaltung. Weniger offensichtlich als etwa der Tatbestand der Tierquälerei ist dabei die Schädigung des bewusst hinters Licht geführten Verbrauchers. Aber auch als Rädchen in dieser Maschinerie fungierende Menschen leiden unter den Bedingungen.
Food, Inc. ist ein US-amerikanischer Dokumentarfilm von Produzenten und Regisseur Robert Kenner sowie den Journalisten Eric Schlosser und Michael Pollan.
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05. April 2017 – 20.00 Uhr im Saal der Ev. Akademie
“Ich, Claude Monet“, Dokumentarfilm, GB, 2016
Regie: Phil Grabsky | 90 Min.
Claude Monet gilt als einer der Gründer des Impressionismus. Mit seinem Bild „Impression, Sonnenaufgang“ von 1872 gab er der Kunstgattung ihren Namen. Zudem war er einer der einfluss- und erfolgreichsten Maler des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Doch sein Erfolg und seine sonnendurchfluteten, in leuchtenden Farben strahlenden Bilder zeigen nur eine Seite des Menschen Monet. Seine mehr als 2.500 hinterlassenen Briefe verraten, dass er an Depressionen und Einsamkeit litt und Selbstmordgedanken hegte. Der Film „Ich, Claude Monet“ des preisgekrönten Dokumentarfilmers Phil Gabsky zeichnet mit zarten Strichen das Porträt eines der beliebtesten Künstler der Welt.
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26. April 2017 – 20.00 Uhr im Saal der Ev. Aakdemie
“Das unbekannte Mädchen“, Spielfilm, Belgien, Frankreich, 2016
Regie: Jean-Pierre und Luc Dardenne | 106 Min.
Der mysteriöse Tod einer abgewiesenen Patientin wirft die junge Ärztin Jenny Davin (Adèle Haenel) völlig aus der Bahn. Die neue Stelle in einer Klinik, ein echter Karrierejob, tritt sie nicht an. Schuldbewusst will sie sich weiter den sozial schwachen Patienten zuwenden, die sie eigentlich nur vertretungsweise betreut hatte. Vor allem aber möchte sie herausfinden, wer jene Frau war, die an ihrer Praxistür geklingelt hatte und kurz darauf tot aufgefunden wurde. – Für die Brüder Jean-Pierre und Luc Dardenne ist das Kino ein Ort der sozialen Verantwortung. Ihr Film ähnelt eher einer Dokumentation als einem Krimi – und ist gerade dadurch überraschend eindringlich.
Einführung: Dr. med. Cornelia Winkelmann, Hospizverein des Paul-Gerhardt-Stifts
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03. Mai 2017 – 20.00 Uhr im Saal der Ev. Akademie
“Die letzten Männer von Aleppo“, Dokumentarfilm, DK/D/SYR, 2017
Regie: Feras Fayyad, Steen Johannessen | 104 Min.
Wenn Bomben einschlagen, rennen alle weg. Nur die „Weißhelme“ fahren hin. Ganz normale Leute: Bäcker, Taxifahrer, Lehrer. Khaled, Mahmoud und Subhi sind drei von ihnen. Sie riskieren ihr Leben für andere, jeden Tag. In Aleppo versuchen sie, Überlebende aus den Trümmern zu bergen. Meist finden sie Tote. Doch jedes gerettete Leben gibt ihnen Kraft, die verzehrende Arbeit weiter zu machen. Zwei Jahre lang wurden sie von den Filmemachern Feras Fayyas und Steen Johannessen begleitet. Die Bilder des Kriegsalltags sprechen eine eigene, eindeutige Sprache – und verschweigen auch die Angst der Helfer nicht. Doch die letzten Männer von Aleppo halten die weiße Fahne der Menschlichkeit hoch. Ein kleines Licht im Tiefschwarz des Krieges.
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17. Mai 2017, 20.00 Uhr im Saal der Ev. Akademie
“Die verlorene Ehre der Katharina Blum“, Spielfilm, Deutschland, 1975
Regie: Volker Schlöndorff, Margarethe von Trotta | 106 Min.
Nach einer Nacht mit Ludwig hat das ganz normale Leben der Katharina Blum ein jähes Ende. Am Morgen erstürmt die Polizei ihre Wohnung und verhaftet nicht nur den jungen Mann, sondern auch Katharina. Die bloße Bekanntschaft mit dem mutmaßlichen RAF-Mitglied macht sie verdächtig. Eine moderne Hexenjagd beginnt. Katharina wird zum Freiwild von Polizei, Justiz und Sensationsjournalisten. – Der Schriftsteller Heinrich Böll reagierte 1974 mit seinem Roman über Katharina Blum auf die Überreaktionen von Staat und Boulevardpresse auf den Terrorismus der Rote-Armee-Fraktion. Ein Jahr später bringen Volker Schlöndorff und Margarethe von Trotta unter Mitarbeit von Böll den Stoff ins Kino.
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24. Mai 2017, 20.00 Uhr im Saal der Ev. Akademie
“Kriegerin“, Spielfilm, Deutschland, 2011
Regie: David Wnendt | 103 Min.
Marisa ist Anfang 20, Neonazi und schlägt zu, wenn ihr jemand dumm kommt. Sie lebt in einer miefigen ostdeutschen Kleinstadt, hasst Ausländer, Politiker, den Kapitalismus, die Polizei und alle anderen, denen sie die Schuld daran gibt, dass ihr Freund Sandro im Knast sitzt und ihre Welt aus den Fugen gerät. Und der Sommer hält noch mehr Ärger für sie parat: Die rebellische Svenja drängt in Marisas Clique, macht ihr den Platz streitig, und der aus Afghanistan geflüchtete Rasul sucht sich ausgerechnet ihren Badesee zum Schwimmen aus. – Ein packendes Sozialdrama über eine junge Frau in einer rechtsradikalen Clique in der Provinz, die wider Erwarten zu spüren beginnt, dass sie ihr Leben ändern will.
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29. Mai 2017 – 21 Uhr Cranach-Hof Markt 4, bei schlechtem Wetter im Malsaal, Schlossstr.1
Sing it loud” – Luthers Erben in Tansania
In Tansania erheben die Menschen ihre Stimmen – und singen!
„Sing it Loud – Luthers Erben in Tansania“ ist ein elektrisierender Musikdokumentarfilm, gedreht in der herrlichen Landschaft Tansanias, in entlegenen Dörfern und der pulsierenden Großstadt Arusha. Chormusik ist dort Popmusik, sorgt unter den Menschen für sozialen Zusammenhalt und bietet persönliche Entfaltung. Anlässlich eines Chorwettbewerbs müssen alle Chöre eine Eigenkomposition aufführen und einen alten deutschen Choral singen. Drei Chöre beginnen mit den Proben… Regie: Julia Irene Peters

Ein Chor dieses Films besucht an diesem Tag Wittenberg und wird eine Einstimmung zum Film geben
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31. Mai 2017, 20.00 Uhr im Saal der Ev. Akademie
“Der große Diktator“, Spielfilm, USA, 1940
Regie: Charles Chaplin | 125 Min.
Unermüdlich strebt Diktator Hynkel nach der Weltherrschaft. Doch eines Tages wird er mit dem jüdischen Friseur Charlie verwechselt, der ihm bis aufs Haar ähnlich sieht. In der Uniform des Tyrannen steht er plötzlich vor einem Massenpublikum – und hält eine denkwürdige Rede über Menschlichkeit und Frieden. – „Der große Diktator“ ist eine Satire auf die Machtergreifung Adolf Hitlers und der Nationalsozialisten in Deutschland. Es ist der erste Tonfilm Charlie Chaplins und zugleich ein Film, bei dem er Autor, Regisseur und Hauptdarsteller ist. Der Film wurde 1940 das erste Mal gezeigt. In jenem Jahr erfreute sich Hitler in Deutschland größter Popularität. Aber auch im Ausland hatte er Sympathisanten, weshalb viele Kollegen aus der Filmbranche Charlie Chaplin von einer Veröffentlichung abrieten.
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01. Juli 2017 – 21.30 Uhr auf dem Cranach-Hof, Markt 4
“Die andere Seite der Hoffnung“, Spielfilm, Finnland, 2017
Regie: Aki Kaurismäki | 98 Min.
Mit diesem Film möchte ich gern, soweit das möglich ist, die europäische Blickweise aufbrechen, in Flüchtlingen entweder ausschließlich bedauernswerte Opfer oder nur anmaßende Wirtschaftsimmigranten zu sehen, die in unsere Gesellschaften eindringen, bloß um uns die Jobs zu klauen, unsere Frauen, unsere Häuser und unsere Autos.

DIE ANDERE SEITE DER HOFFNUNG erzählt davon, dass jeder Melancholie ein fast rebellischer Zug der Hoffnung innewohnt. Und zeigt das Leben als Wechselspiel von ständiger Sehnsucht und schwankender Hoffnung von fast märchenhafter Menschlichkeit und kaltem Realismus.
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5. 8.2017 – 21.00 Uhr Cranach-Hof, Markt 4
Katharina Luther, Deutschland 2017
Katharina von Bora lebt als Nonne das für sie bestimmte Leben, bis sie mit Anfang 20 durch die Schriften Martin Luthers mit einer völlig neuen Gedankenwelt in Berührung kommt. Sie flieht mit einigen ihrer Mitschwestern und kommt ohne rechtliche Stellung, ohne Einkommen und von ihrer Familie verstoßen nach Wittenberg, wo sie Martin Luther persönlich begegnet.

Katharina beschließt den Reformator zu heiraten und wird als seine Ehefrau zur angesehenen Wirtschafterin, zur gleichberechtigten Gesprächspartnerin und Mutter ihrer gemeinsamen Kinder. Doch mit dem frühen Tod ihrer Tochter holen sie und Luther alte Ängste und Zweifel ein und schotten die Eheleute voneinander ab. Erst als Katharina wieder neuen Lebensmut gewinnt, findet sie zurück zu ihrem Leben.